Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Bürger:innen der KEM Energie-Erlebnisregion Hügelland,
zum Jahresanfang darf ich einen kurzen Überblick über die Entwicklungen zum Thema Photovoltaik in der Freifläche geben.
Wie in der letzten Ausgabe dargestellt, verfolgt das Land Steiermark basierend auf den österreichischen Klimazielen, eine ambitionierte Agenda hin zu bilanziell 100% erneuerbaren Strom bis 2030.
Zur Erreichung dieser Ziele wird nach Berechnungen des Landes Steiermark als auch vom Bundesverband Photovoltaik auf die Notwendigkeit von PV-Freiflächenanlagen verwiesen. Dem zugrundeliegend beschloss die Landesregierung eine Novelle zur Ausweisung von „Vorrangzonen für PV-Freiflächen-Großanlagen“ welche bis Ende März zur Begutachtung aufliegt. (*)
Konkret werden, wie bereits medial berichtet, für die Steiermark 37 Vorrangzonen mit einer Fläche von rund 825 ha bei Anlagengrößen von 10 ha bis 45 ha ausgewiesen und dies in Gebieten guter Netz-Infrastruktur. (**) Die sechs Gemeinden der KEM „Energie-Erlebnisregion Hügelland“ sind von diesen Vorrangzonen nicht betroffen.
Die Politik ist sich einig, dass eine vorrangige Nutzung von Dach- und ohnehin versiegelten Flächen zum Ausbau von PV-Anlagen genutzt werden soll. Gleichermaßen weiß man über die Notwendigkeit von PV-Freiflächenanlagen als Teilbaustein zur Klimazielerreichung. Eine Lösung könnten sogenannte Agri-PV Anlagen darstellen. Das sind Freiflächenanlagen die eine agrarische Doppelnutzung vorsehen und somit nach Fraunhofer ISE eine potenzielle Flächennutzungseffizienz von 160% bis 186% aufweisen (siehe Abbildung 1). Erreicht wird dies indem Lebensmittel und Energie auf derselben Fläche produziert werden.(***)

In diesem Zusammenhang sei auf Arbeiten von Herrn Anton Koller (LK Steiermark) in Bezug auf Agri-PV in Hühnerweiden und auf Herrn Dr. Leonhard Steinbauer (Versuchsanstalt Haidegg) in Bezug auf Agri-PV in Raumkulturen (Obstplantagen) mit jeweils vielversprechenden Ergebnissen verwiesen. In Abbildung 2 (Darstellung Agri-PV Anlagen – links: Hühnerweiden & rechts: Apfelplantage) ist eine exemplarische Darstellung einer Hühnerweide mit PV-Anlage (links) und einer Apfelplantage mit semitransparenten PV-Modulen (rechts) ersichtlich.
AKTUELLE FÖRDERBEDINGUNGEN
Abschließend ein Hinweis auf aktuelle Förderbedingungen für Photovoltaikanlagen und zum Programm „Raus aus Öl und Gas“. Nutzen Sie die Möglichkeit und informieren Sie sich zu diesem Thema auf unserer Homepage: siehe unten
Für persönliche Beratung stehen Ihnen die „Ich tu´s“ Energieberater:innen zur Verfügung, darunter unser KEM-Kernpartner DI Christian Luttenberger, zu finden unter:

Abbildung 1: Flächennutzungseffizienz bzw. Landnutzungseffizienz nach Forschungsergebnissen am Beispiel Kartoffelanbau vom Fraunhofer ISE
(*) https://www.energate-messenger.at/news/230072/steiermark-37-zonen-fuer-grosse-photovoltaikanlagen
(**) https://www.kleinezeitung.at/steiermark/6242262/Auf-fast-825-Hektar_Land-enthuellt-Plaene_37-grosse-Flaechen-fuer
(***) https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/APV-Leitfaden.pdf
